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Eine Gartenhochzeit zum dahinschmelzen

Ein Bericht von Anna und Henrik

Feiern in einer Off-Location, Herausforderung und Chance

Wer an eine Gartenhochzeit denkt, hat vermutlich erst einmal ziemlich romantische Bilder im Kopf: lange Tafeln im Grünen, Lichterketten zwischen den Bäumen, irgendwo ein paar Blumen, laue Sommerluft und alle bleiben einfach so lange draußen sitzen, wie sie möchten.

Bei uns hielt dieser Zustand ungefähr bis zu dem Moment an, an dem wir anfingen, die Sache tatsächlich zu planen.

Denn plötzlich tauchten Fragen auf. Was machen wir, wenn es regnet? Wie bekommt man für rund 100 Menschen vernünftig Tische und Stühle auf eine Wiese? Wo kommt das Essen her – in unserem Fall komplett vegan? Gibt es Strom? Toiletten? Können Gäste vor Ort übernachten? Und dann war da noch die vielleicht wichtigste Frage für eine Gartenhochzeit:

Woher bekommen wir eigentlich den Garten?

Einen eigenen, der mal eben Platz für 100 Gäste bietet, hatten wir jedenfalls nicht.

Also: ab aufs Fahrrad und die Umgebung erkunden. Wo könnte man eine solche Feier realisieren? Welcher Ort fühlt sich nach uns an und bringt gleichzeitig genug von dem mit, was man für eine Hochzeit braucht?

Denn einen Rat von mein event. hatten wir zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich verinnerlicht:

Zuerst die Location – dann ergibt sich der Rest.

Einige Fahrradtouren später hatten wir sie tatsächlich gefunden. Unsere Traumlocation war eine Grillhütte im Heimatort von Henrik, mitten im Grünen und ziemlich genau das, wonach wir gesucht hatten. Toiletten, Strom und sogar eine Küche waren vorhanden. Dazu eine große Wiesenfläche, auf der Übernachtungsgäste mit Camper oder Zelt bleiben konnten, und genug Platz, damit unsere rund 100 Gäste draußen essen, sitzen und später feiern konnten.

Eigentlich perfekt.

Nur dieses kleine Wort „draußen“ bringt bei einer Gartenhochzeit eben eine gewisse Unbekannte mit sich: das Wetter.

Achtung vor dem Wetter

Natürlich hatten wir über Regen nachgedacht. Ein Zelt war organisiert und sollte im Zweifelsfall dafür sorgen, dass unsere Gartenhochzeit nicht ins Wasser fällt. Worüber wir uns deutlich weniger Gedanken gemacht hatten, war das andere Ende der Wetterskala.

Regen bekamen wir nämlich keinen – wir bekamen 42 Grad.

Und damit wurde aus unserer liebevoll geplanten Gartenhochzeit im Heidelberger Wald ziemlich unverhofft eine Tropenhochzeit.

Eine Deko, die es herausgefordert hat

Der Plan war einfach: eine entspannte Sommerhochzeit mitten im Wald bei Heidelberg, mit Tropen-Flair als Deko. Die Realität: Hitze, ein schweißnasses Brautkleid, und ein Wetter, das unsere Deko-Idee offenbar sehr ernst genommen hat.

Wochenlang hatten wir auf unserer Fensterbank kleine Setzlinge für die Tischdeko gezogen. In Reih und Glied, liebevoll gegossen, gedreht, gehätschelt. Dazu kamen frische Palmblätter, damit das Tropenfeeling auf jeden Fall bei jedem ankommt. Die Idee: ein bisschen exotisches Urwald-Feeling für unser Festchen, mitten im Heidelberger Wald.

Was wir nicht eingeplant hatten: dass die Sonne an diesem Tag beschließt, den Rest gleich mitzuliefern. Zwischen unseren Setzlingen und Palmblättern saßen unsere Gäste also schon bald mit echten Schweißperlen auf der Stirn und der festen Überzeugung, sie befänden sich nicht mehr in Heidelberg sondern definitiv viel weiter südlich.

Ventilatoren und jede Menge Schatten

So heiß es war, drinnen feiern kam für uns nie infrage. Wir wollten schon immer eine Hochzeit im Freien, mitten zwischen Bäumen, mit Vogelgezwitscher statt Klimaanlage. Also haben wir aus der Hitze das Beste gemacht. Ventilatoren wurden zu heimlichen Trauzeugen, ein Planschbecken zum inoffiziellen Ehrengast, und wer nicht planschte, griff eben zur Wasserpistole.

Mittags legte dann auch noch die Tante Hilde Brass Band los und sorgte mit ordentlich Schwung dafür, dass man die Hitze zwischen zwei Songs vergaß. Unser Zelt, das eigentlich als Regenschutz gedacht war, wurde an diesem Tag zum perfekten Schattenspender, der jedes Lüftchen zur Abkühlung durchließ.

Ein veganes Buffet für unsere Gäste

Kuchen. Wir liiiieben Kuchen. Und weil erstaunlich viele unserer Gäste angeboten hatten, für den Nachmittag einen Kuchen mitzubringen, haben wir dieses Angebot natürlich sehr gerne angenommen.

Allerdings nicht ganz ohne kleine Herausforderung: Bitte einmal komplett vegan!

Was für manche zunächst nach Einschränkung klang, wurde ziemlich schnell zum kleinen Backwettbewerb. Unsere Gäste haben ausprobiert, experimentiert und uns am Ende mit so vielen tollen Torten und Kuchen überrascht, dass wir vermutlich noch heute davon essen würden.

Beim Abendessen wollten wir es genauso unkompliziert halten. Kein gesetztes Menü, keine 5 Gänge und möglichst wenig Förmlichkeit – schließlich feierten wir draußen auf einer Wiese und nicht im Festsaal. Die Idee war deshalb ziemlich schnell gefunden: Wir machen Bowls!

Am Buffet standen jede Menge Zutaten bereit und jeder konnte sich seine Schüssel genau so zusammenstellen, wie er wollte. Verschiedene Salate und Gemüse, Toppings, Saucen und natürlich alles komplett vegan. Mit etwas Unterstützung von Profis wurde aus unserer simplen Bowl-Idee ein richtig üppiges Buffet, an dem sich jeder nach Lust, Laune und Hunger bedienen konnte.

Für unsere Gartenhochzeit war das genau richtig: unkompliziert, gesellig und ohne großes Tamtam. Und wer nach der ersten Bowl noch Platz hatte, wusste ja, wo die restlichen Kuchen standen.

Mit dem Abend kam die Party

Sobald die Sonne tiefer stand, kippte die Stimmung von minimalen Bewegungen zu großen Tanzeinlagen. Die Hitze des Tages wich einer lauen Sommernacht. Es wurden Cocktails gemixt, der DJ nach draußen umgezogen und bis tief in die Nacht getanzt.

Es war ein Traum, denn wir haben genau dort gefeiert, wo wir am liebsten sind: Draußen, im Freien, zwischen Bäumen.

Und wenn wir heute an den Tag zurückdenken, ist es nicht die Hitze, an die wir uns erinnern, sondern daran, wie viele Menschen mit uns getanzt, gelacht und gefeiert haben.

Fotos: NikAndReia

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